Ein Tag auf Atata

Heute geht‘s nach Atata, einer kleinen Insel vor der Insel Tongatapu. Diesen Tagesausflug haben wir uns vom einzigen Reisebüro in Tonga organisieren lassen. Normalerweise wollten wir Wale und Haie beobachten. Die Sommermonate Dezember, Januar und Februar sind dafür aber denkbar ungeeignet, da sich dann die Wale und größeren Fische in anderen Gefilden aufhalten. Von Atata könnten wir uns zum Schnorcheln zum Riff rausfahren lassen. Mal schauen.    […]

Leben in Kasten

Auf dem Weg vom Hotel zum Kunden gibt es das übliche Bild. Es stehen Kühe auf der Straße. Da die Kuh hier in Indien heilig ist, wird nicht gehupt. Es wird gewartet, bis die Kuh sich bewegt. Und die Kühe in Indien stehen nicht auf Bewegung. […]

Nichts ist unmöglich

“Uwe, what is your career vision?” war Steves erste Frage während meines Jobinterviews vor vielen Jahren. Was im Englischen ganz normal klingt, war bis dahin in meinem Sprachgebrauch nicht belegt. Sicher ist das ein kultureller Unterschied. Während US-Amerikaner alles als Karriere definieren – vom Basketballstar bis hin zum Straßenreinigungsgehilfen – passt im Deutschen der Begriff Karriere zu Leuten wie Franz Beckenbauer, Robert Bosch oder Angela Merkel. Mit meiner eigenen Karriere hatte ich mich daher bis zu dem Zeitpunkt wenig beschäftigt.  […]

Im Südpazifik

Seit die Polynesier keine Menschen mehr essen, sind sie sehr nett zu den Überlebenden. Die Tongaer sind die freundlichsten Menschen, die ich je getroffen habe. Das zeigt sich 24 Stunden am Tag. So wirst Du am Flughafen empfangen und so wirst Du auch wieder verabschiedet.

Bei der Einreise in die USA dagegen ist mir auch schon folgendes passiert:

“Wohin reisen sie weiter?”

“Bin auf dem Weg nach Detroit.”

“Was ist der Zweck ihrer Reise?”

“Habe bei einem Automobilunternehmen einen Workshop durchzuführen.”

“Können wir das nicht selber? Brauchen wir dafür einen aus Deutschland?”    […]

Im Südpazifik

Es ist Zyklonzeit im Südpazifik. Unser kleiner Flieger von Neuseeland nach Tongatapu liegt etwa so stabil in der Luft, wie Harald Juhnke nach einer Party, so dass wir uns mehrfach mit beiden Händen an den Sitzen festkrallen. Das Essen kann nur nach Verspätung serviert werden, nachdem der Kapitän eine halbwegs stabile Luftschicht gefunden hat.

Tonga liegt im Südpazifik, da wo Kapitän Cook vor 250 Jahren Menschenfresser aufgestöbert hatte. Das Königreich umfasst 176 Inseln, die über etwa 750 qkm verteilt sind und 12 Stunden östlich von Deutschland liegen. Das sind 13 Stunden vom Nullmeridian in London. Ich dachte immer, das sei unmöglich. Ich nahm an, dass es nur 12 Stunden in den Osten und 12 Stunden in den Westen gehen kann. Man kann sich eben täuschen. Von hier ist es nicht weit nach Hawaii, das auf der anderen Seite der Welt gelegen ist. Jetzt ist es Samstagabend in Tonga. In Hawaii dagegen ist es gerade Freitagabend. Die Datumslinie liegt hier um die Ecke. Von hier kann ich also einen Stein nach gestern werfen. Wirklich. Mal sehen, ob man die Datumslinie vom Flieger aus sehen kann.    […]

Chinese for Beginners

A while ago I started another attempt to touch up my Chinese. Hence, I had a Beijing-Chinese lady coming to our home as a tutor. I was able to make some progress because she did not speak any English at all. Although, I strongly felt that she did an excellent job, my wife substituted her away. My wife explained that this lady was too pretty. That is correct. However, I see a strong correlation between the success in learning a language and the attractiveness of the teacher.    […]

Chinesisch für Anfänger

Vor einiger Zeit hatte ich Anlauf genommen, mein Chinesisch aufzubessern. Dazu hatte ich eine Peking-Chinesin in Singapur nach Hause kommen lassen. Mit ihr hatte ich gute Fortschritte erzielt, da sie kein Englisch verstand. Obwohl ich der Meinung war, dass meine junge Chinesin einen guten Job gemacht hatte, wurde sie von Amy ausgetauscht. Sie sei zu hübsch gewesen. Das stimmt. Allerdings korreliert für mich die Attraktivität einer Sprache und damit der Lernerfolg mit der Attraktivität der Lehrerin.    […]

Laotisch

Hammer und Sichel haben überlebt!

Hammer und Sichel haben überlebt!

Beim Eintreffen auf dem internationalen Flughafen von Vientiane, der Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublic Laos, einem der vier letzten sozialistischen Staaten mit etwa sechs Millionen Einwohnern und einem Bruttosozialprodukt von weniger als dem Gewinn von VW, sehen wir wieder einmal, wie gut kleine Flughäfen funktionieren. Nur ein kurzer Weg vom Flieger zur Passkontrolle, Visa on Arrival ist zu schnell, um es beschreiben zu können und Gepäckausgabe geht ebenfalls sehr rasch.    […]

Regen und Wind

In meinem Hotel in Hong Kong angekommen richte ich mich häuslich ein und bereite mich auf eine Woche Arbeit mit meinen Kunden vor. Die sind für das Seminar zum großen Teil aus dem nahen China nach Hong Kong gekommen und nutzen die Gelegenheit, um wieder einmal „auszubrechen“ aus dem normalen chinesischen Leben. Obwohl Hong Kong seit 1997 zu China gehört, ist es noch immer eine andere Welt. Für mich ist es eine der faszinierendsten Städte mit sehr netten Menschen. […]

Kulturelle Unterschiede

Für eine amerikanische Firma zu arbeiten ist oftmals eine gute Sache. Ein Vorteil ist, dass Du dabei zwangsläufig Gelegenheit bekommst, Dich kulturell weiterzubilden.

Beim Eintreffen am Hauptfirmensitz in Stamford im US Staat Connecticut bin ich sauber in einen schwarzen Anzug verpackt, wie ich ihn in unserer Bank in Köln fast jeden Tag trage. Dazu natürlich Krawatte und hellblaues Hemd. So sehen deutsche Banker eben aus. Allerdings ist mein erster Eindruck, abgleitet von der Umgebung unserer Firmenzentrale, etwas gemischt. Da gibt es Leute, die aussehen, wie ich auch. Die große Mehrzahl allerdings scheint in den kundenabgewandten Bereichen der Bank zu arbeiten, wo Du eben auch in T-Shirt und kurzen Hosen sitzen kannst. […]

Pisa Life

Letztes Wochenende waren wir bei “alten” Freunden zum Abendessen eingeladen. Wir gehen da eigentlich sehr gerne hin, da sowohl Nidhi, als auch Shireesh unheimlich nett und gastfreundlich sind. Allerdings gehören beide zum militanten Flügel der Vegetarier. Sie kommen aus Nordindien – irgendwo in der Nähe von Delhi. Genau kenne ich die Definition dieser Art Vegetarier nicht. Ich kann mich aber erinnern, dass sie absolut gar nichts essen, was schon mal mit einem Tier zu tun hatte. Also ist nicht nur rotes Fleisch verboten, sondern auch Fisch, Hühnchen und sogar das Ei der Henne. Das Essen ist trotzdem immer super köstlich – was auch immer es ist.

Nur wissen wir nie, was wir bei einer Einladung in unserem Hause kredenzen können. So bringen wir sie jedes Mal in ein vegetarisches Restaurant. Das Gute ist, dass ich mit meiner undiplomatischen Art bei Nidhi und Shireesh nicht in Fettnäpfchen treten kann. Die sind ja auch verboten. […]

Beim TCM

Wenn Du in der westlichen Welt krank bist, gehst Du zum Arzt. Wenn Du in der Chinesischen Welt gesund bist, gehst Du auch zum Arzt, zum Traditionellen Chinesischen Mediziner, dem TCM. Als meine Lieblingsfreundin vor einigen Jahren den Besuch des TCM vorschlug, war mir nicht ganz klar, was ich da solle, da ich bei mir keine Erkrankung erkennen konnte. Die Antwort auf meine Frage war „Maintenance“. Das heisst soviel wie Instandhaltung und meint wahrscheinlich die Aufrechterhaltung meiner biologischen Grundfunktionen. Da ich fuer gewoehnlich ihren Anweisungen Folge leiste und ich nicht genau wusste, mit welchen meiner Grundfunktionen sie unzufrieden war, schlugen wir kurz danach beim TCM auf. […]

Peking – so und so

Mein Hotel liegt in einem Industriegebiet direkt am Badaling-Highway, der im Norden von Peking an der Mauer vorbei fuehrt und in das Tal des Todes muendet. Tal des Todes wird der Autobahnabschnitt genannt, weil es hier auf der stark abfallenden Strasse beim Einfahren in die Hauptstadt unzaehlige Verkehrstote gegeben hat und immer noch gibt. Diese Autobahn des Todes muendet in die Autobahnringe, von denen es im Moment sechs und bald sieben gibt, die sich im Abstand von ein paar bis zu 30 Kilometern zum Stadtzentrum um die Hauptstadt Chinas ziehen. Die Groesse Pekings wird deutlich, wenn man die Hauptstadt auf der sechsten Ringstrasse mit einer Laenge von ueber 200 km umrundet. Sie bildet im Moment die Grenze von Peking. […]

Beklaut III

Klischee 1: Diebstahl ist nur in Asien angesagt

Widerlegt. Wenn Du herausfinden moechtest, ob es Taschendiebstahl auch in Europa gibt, musst Du nur eine groessere Kamera für etwa sieben Sekunden unbeobachtet lassen. Mit etwas Glueck kannst Du das Klischee von hoeherer Kriminalitaet in Asien zumindest ankratzen. Bei unserem Selbstversuch im Faehrenterminal in Lissabon legen wir unsere ausgewachsene Canon auf einen Stuhl neben uns. Es passiert nichts. Wir warten und warten und … warten. Dabei nehmen wir unser Mittagessen ein und wirken beschaeftigt. Trotzdem nichts.

Nach einer Weile beschliessen wir, Stufe II einzuleiten. Das heisst, Amy macht sich auf den Weg zur Toilette, so dass nur noch zwei Augen im Spiel sind, die sich von Zeit zu Zeit der Kamera in etwa 40 Zentimeter Entfernung zuwenden. Immer noch nichts. […]

Zu Gast in Myanmar

Über der Tür im Toyota-Taxi gibt es den üblichen Handgriff, den Du eigentlich nur benutzt, wenn Du mit einem Überschlag des Wagens rechnest. Dieser Handgriff ist sonst absolut unauffällig, weil er quasi im Himmel des Wagens versinkt. Heute allerdings sticht er ins Auge. Er ist behäkelt. Das heißt, er besitzt einen gehäkelten Überzug. Auch der Taxifahrer sitzt auf einem feinen gehäkelten Sitzbezug. Die Kopfstützen sind ebenfalls in Gehäkeltes gekleidet. Scheinbar hat Taxifahrers Großmutter viel für das Häkeln übrig; und nachdem alles im Haus ein Opfer von Omas Häkelwahn geworden ist, hat sie sich langsam in alle Bereiche des täglichen Lebens ausgebreitet. Ängstlich schaue ich auf das Lenkrad des Toyota – keine Behäkelung. Noch nicht. Sicher ist es gerade in Arbeit, das gehäkelte Lenkrad. […]

Frauen aus Stahl

Wieder befinden wir uns inmitten einer guten Sammlung von Tsingtao-Flaschen in einem abgetrennten Raum unseres Lieblingsrestaurants im Stadtteil Bao Shan, dem Schatzhügel von Shanghai. Bao Shan ist der Sitz des größten Stahlwerkes von China, Bao Steel. Seit mehreren Monaten pendle ich jede zweite Woche oder so nach Shanghai, um dem Stahlkocher zu besserem Stahl zu verhelfen. Da sich mein Wissen über Stahl auf zwei Bierdeckeln unterbringen lässt, arbeite ich dabei mit meinen chinesischen Kollegen und eben mit den Bao-Leuten zusammen. […]

Klassentreffen

Es beginnt eigentlich schon damit, dass Du am Flughafen an eine andere Tür des Abfluggebäudes gefahren wirst. Du steigst nicht an der Stelle aus dem Taxi, an der sich die Wagen der anderen Reisenden stauen. Nein, Du gehst zu der Tür, die wesentlich weniger oft benutzt wird. Dort gibt es oft einen Teppich und viel Personal, das Dir jeden Wunsch erfüllt. Fast jeden. Von da wendest Du Dich zum Einchecken zielsicher an den Schalter, wo entweder keine Reisenden warten oder sich nur eine kleine Schlange gebildet hat.

Die Warteschlange der Touristen ist erschreckend lang. Da stehen die armen Menschen in einer Art Kuhschleuse, die sich dreimal wendet, bevor sie an die Schalter heranreicht. Wenn Du die Wartenden mit einem flüchtigen Blick streifst, kannst Du die Frustration erkennen. Offensichtlich stehen die schon einige Zeit. […]

Und was klappt in Deutschland?

Wieder zurück zu Bosch Siemens in Nanjing, einer Partnerstadt von Leipzig mit etwa 8 Millionen Einwohnern. Nach zwei Tagen in Nanjing (南京), wo Amy einen Tag und ich einen Tag Workshop durchführen, geht es nach Chuzhou (滁州, einer kleinen, eher unbekannten Stadt mit mehr als 5 Millionen Einwohnern).

Als ich 2003 das erste Mal dahin unterwegs war, wurde ich am Flughafen abgeholt und durch die Stadt Nanjing, über den Jangtsekiang Fluss – einen der größten der Welt mit 6500 km Länge – und dann durch viele kleine Dörfer über weniger als 100 Kilometer in mehr als zwei Stunden gefahren. Die Fahrt war eine absolute Tortur, da der Fluss wirklich gigantisch ist und daher zu der Zeit wenige Brücken existierten. Die einzige Brücke war auf jeder Fahrbahnseite einspurig und so schlecht, dass der Fahrer sehr aufmerksam fahren musste, um den Löchern in der Größe eines Kinderwagens auszuweichen. […]

Zurück in China

Der Flug von Singapore nach China mit Singapore Airlines ist immer angenehm, der Aufenthalt in China dagegen manchmal etwas merkwürdig.

Gerade eben nach der Landung auf dem internationalen Flughafen von ChongQing mit etwa der Größe eines mittleren Busbahnhofs will ich zum viel größeren Inlandflughafen gehen. Die merkwürdige Lage der beiden Terminals auf eigentlich demselben Flughafen hat sich schon bei der Landung angedeutet. Dabei habe ich zwei unterschiedlich große Gebäude sehen können, vor denen Flugzeuge parken. Diese Gebäude sind aus irgendeinem Grunde voneinander getrennt aufgebaut. Noch hatte ich die Hoffnung gehabt, dass es einen Tunnel zur Verbindung gäbe. Jetzt weiß ich, dass da kein Tunnel ist.

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Animals in Singapore

I think it is quite obvious that Singapore is not part of Germany, but somewhere “down there” as one of my sisters always says. This description locates a small, teeny, tiny island between the gigantic island Sumatra and the Indian Ocean in the West, the Malaysian Peninsula in the North and the Pacific Ocean in the East and South. If I would say that my favourite girl-friend sleeps in the Northern hemisphere and I sleep in the South in the same bed, then it is not exactly right. Actually, Singapore is located two hours on the high speed boat in the North from the equator. […]