Unsere Reise nach Kasachstan war eigentlich als ganz normale Dienstreise geplant. Drei Tage Workshops, ein paar Meetings und ein bisschen Touristik. Doch wie so oft wurde daraus eine sehr interessante Geschichte.
Kasachstan ist mit 2,7 Millionen Quadratkilometern das neuntgrößte Land der Erde und beherbergt rund 20 Millionen Einwohner. Außerhalb der Städte jemanden zu treffen, ist also eher Glückssache. Wir blieben daher in Astana.

Astana – die Stadt der Zukunft
Schon bei der Ankunft in Astana hatten wir das Gefühl, in eine futuristische Filmkulisse geraten zu sein. Glas, Stahl, goldene Kugeln, Formen, die aussehen, als hätte Norman Foster zu viel Science‑Fiction geschaut. Und mittendrin wir, die versuchten, nicht vom Winde verweht oder von der Sonne gegrillt zu werden.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion erklärte sich Kasachstan im Dezember 1991 unabhängig. In 1997 wurde die Hauptstadt von Almaty nach Astana verlegt. Astana ist eine hochmoderne Stadt, die offensichtlich auf dem Reißbrett entstanden ist.

Wir konnten keine älteren Gebäude finden. Alles ist in den letzten Jahren neu gebaut worden. Erdöl und -gas machen das möglich.
Drei Tage KI – und ein Teilnehmer, der jetzt länger schlafen kann
In unseren Workshops tauchten die Teilnehmer – meist höhere Regierungsbeamte – tief in Künstliche Intelligenz (KI) ein. Sie bauten kleine Agenten, automatisierten Aufgaben und merkten schnell, wie viel Zeit man durch den Einsatz von KI zurückgewinnen kann.

Ein Teilnehmer erzählte, dass er über Jahre jeden Morgen drei Stunden damit verbringt, einen News‑Digest für seinen Minister zusammenzustellen. Er steht dafür extrem früh auf, damit der Bericht um 9 Uhr auf dem Tisch liegt.
Nach dem Workshop grinste er und sagte: „Jetzt macht mein KI-News‑Agent das in Minuten. Ich kann endlich länger schlafen.“
Wenn KI Menschen mehr Schlaf schenkt, dann weiß man, dass man etwas richtig gemacht hat.

Baikonur – ein Kindheitstraum, der plötzlich im Workshop sitzt
Für mich persönlich gab es einen Moment, der alles überstrahlte. Ich hatte Baikonur seit meiner Kindheit im Kopf – diesen magischen Ort, von dem Raumschiffe starten, die Personen in den Kosmos tragen.
Für mich sind Namen wie Juri Gagarin, Walentina Tereschkowa, German Titow unvergesslich – die Namen der Helden, die die Welt ein Stück größer gemacht haben. Und nicht zu vergessen Laika, der Hund mit einer eigenen Wikipedia-Seite.
Mich hat schon immer die Raumfahrt fasziniert. Ich denke, ich habe mal „Kosmonaut“ als Berufswunsch angegeben.
In meinem Kinderzimmer – ja, ich war mal Kind – hatte ich ein selbstgebasteltes Modell von Gagarins Wostok 1 stehen.

Und dann sitzt da ein Teilnehmer, der tatsächlich von der Startrampe in Baikonur kommt. Nicht aus der Stadt. Nicht aus der Region. Nein – direkt von der Rampe.
Die Erinnerung an Baikonur zu Beginn unseres Workshops war ein idealer Start. Die Teilnehmer lächelten und mochten uns – jedenfalls war das unser Empfinden.
Dimash und Danelija – die lokale Note, die alles rund machte
Um den Workshop wirklich lokal zu machen, haben wir natürlich auch über Dimash gesprochen – die Stimme, die ganze Opernhäuser in Schockstarre versetzt. Und über Danelija, die aus Astana kommt.

Die Teilnehmer haben sofort gemerkt: Wir waren nicht einfach „irgendwelche Leute aus dem Ausland“. Wir kannten ihre Kultur, ihre Musik, ihre Helden. Und das wurde sehr geschätzt.

Als dann Dimash und Danelija in unserer Präsentation auftauchten, hatten wir das Haus auf unserer Seite.
Am Ende blieb mehr als nur Arbeit
Wir kamen wegen eines Workshops. Wir gingen mit Erinnerungen an eine Stadt der Zukunft, an Raumfahrtträume aus der Kindheit, an Menschen, die uns mit Wärme begegneten – und an einen Teilnehmer, der dank KI endlich ausschlafen kann.
Kasachstan hat uns nicht nur beruflich weitergebracht. Es hat uns Geschichten geschenkt, die bleiben. Und natürlich haben wir auf hartnäckiges Anraten der Teilnehmer Pferdefleisch probiert. Schmeckt wie Pferd.












