Kundendienst in Singapur

Kundendienst in Singapur

Singapur beherbergt das asiatische Hauptquartier vieler europäischer und amerikanischer Firmen. Weshalb? Dafür gibt es schlagkräftige Gründe wie Sicherheit, Ausbildungssystem, Arbeitskräfte und Kundendienst.  

In keinem anderen Land der Erde würde ich meine zwanzigjährige Tochter um Mitternacht mit der U-Bahn nach Hause fahren lassen. In Singapur ist das die Regel und wir fühlen uns dabei nicht wie Rabeneltern. Da Singapur praktisch außer Salzwasser und ein paar Bäumen keine natürlichen Ressourcen hat, baut man schon immer auf menschliche Ressourcen und richtet die Gesellschaft danach aus.

Das Ausbildungssystem von Grundschule bis Universität ist Spitzenklasse und die Universitäten zählen zu den besten der Welt. Das Ergebnis sind exzellent ausgebildete Arbeitskräfte, die auch in nichtasiatischen Unternehmen sehr gerne genommen werden. Der Kundendienst von staatlichen und privaten Organisation verdient in Singapur tatsächlich den Namen. Hier ein paar Beispiele:

An einem Samstag hat unsere Waschmaschine den Geist aufgegeben, das heißt sie hat sich geweigert, das Wasser abzupumpen. Als gelernter Deutscher habe ich natürlich meinen Stolz und repariere selbst. Beim Öffnen der Pumpe stelle ich allerdings fest, dass da eine neue fällig ist.

Am folgenden Sonntag möchte ich gerne die Sache regeln. In Deutschland scheint das unmöglich. Allerdings ist das in Singapur kein Grund zur Resignation. Ich kann’s ja mal versuchen. Beim Anrufen des Samsung Kundendienstes wird mir mitgeteilt, das Ersatzteile nicht ohne Einbau verkauft werden. Nach einem kurzen Gespräch – in dem ich meinen Charme spielen lasse – legt mir die Kundendienstmitarbeiterin freundlich ans Herz, doch bitte ein Email zu Samsung Singapur zu senden. Vielleicht machen die ja eine Ausnahme von ihrer Regel. Sie gibt mir die Adresse. Am frühen Nachmittag des Sonntags sende ich mein Email und bekomme die Antwort schon etwa 30 Minuten später. Samsung bittet mich, ein Bild der Pumpe zu übersenden, damit sie den Lagerbestand danach prüfen können. Am späten Sonntag bekomme ich die Nachricht, dass ich meine Pumpe abholen kann. Toll.

Das Kundendienstmotto unseres Finanzamtes heißt „Kein Service ist guter Service“. Das klingt nicht so berauschend, ist es aber. Es heißt, dass ich in der Lage sein soll, meine Steuererklärung ohne die Hilfe eines Finanzbeamten abzugeben. Die Finanzler meinen, dass sie einen schlechten Service abliefern, wenn ich gezwungen bin, bei denen vorzusprechen. Und es klappt. Unsere gesamte Steuererklärung ist in etwa zwanzig Minuten am heimischen Computer erledigt – jedes Jahr.

Neulich hatte ich versucht, meinem Freund, einem Singapurer, den Begriff ‚Steuerberater‘ zu erklären. Er hat mich ungläubig angeschaut und gefragt, wie in einem modernen Land wie Deutschland nutzlose Tätigkeiten wie Steuerberatung erforderlich seien, wo doch der Staat für das System verantwortlich sei. Ich wusste nicht so recht, was ich antworten sollte und wollte ihm nicht beichten, dass der Staat erst das Durcheinander anrichtet und regelmäßig neu durchmischt, das dann Andere entwirren müssen. Er hätte es nicht verstanden.

Auch Arztbesuche sind sehr unkompliziert. Da wir in der Woche wie jeder andere auch einem Job nachgehen, legen wir unsere Arztbesuche auf das Wochenende. Alle paar Monate bekommen wir eine Einladung vom Zahnarzt, der uns wohlbedacht einen Samstagstermin anbietet, was die Sache sehr vereinfacht. Wenn wir unseren allgemeinen Arzt besuchen wollen, haben wir dazu sieben Tage die Woche von sieben bis Mitternacht Gelegenheit. Die kleine Klinik wird von drei Ärzten geführt, die sich in den Job teilen. Gut für den Patienten. Unsere Wartezeit übersteigt sehr selten 15 Minuten.

Mit unseren Versicherungsvertretern oder auch Bankmitarbeitern sitzen wir entweder am Abend oder am Sonntag in unserem Wohnzimmer oder treffen uns in einem Café.

Das alles sind nicht Ausnahmen, sondern tägliche Realität. Singapur ist wohl einer der wenigen Flecken auf der Erde, wo Kundendienst nicht nur in Hochglanzbroschüren versprochen, sondern auch als Dienst am Kunden gelebt wird. Es ist bei weitem nicht alles perfekt aber es wird daran gearbeitet.

Flughafen Köln-Bonn

Gerade eben sind wir wieder zu Hause in Singapur gelandet. Der Flug mit Turkish Airlines ging von Köln-Bonn über Istanbul nach Singapur. Eigentlich mag ich Köln-Bonn, da der Flughafen klein genug ist, um kurze Wege zum Flieger zu erlauben.

Krise = Gefahr und Chance

Jede Krise ist auch eine Chance

Ja, das Leben hat sich etwas geändert, aber das bringt uns nicht um, oder? Wenn wir uns an Merkels Spielregeln halten, ist die Sache hoffentlich bald überstanden. Leider gibt es die die das nicht tun. Die bringen uns in Gefahr.

Wie ist es in Singapur?

Im Land der Hakka

Zu Besuch bei den Hakka

Als die Hakka in der gebirgigen südwestlichen Provinz Fujian in China siedelten, entwickelten sie einzigartige architektonische Gebäude, die Tulou (土樓) genannt werden, was wörtlich übersetzt Lehmbauten bedeutet.

PSLE in Singapur

Nur ein Anlass ist in Singapur wichtiger als der Nationalfeiertag. Das ist das sogenannte PSLE. PSLE heißt die nationale Primary School Leaving Examination und bedeutet Unterstufen-Abschlussexamen. In dieser Woche – in Singapur beginnt das Schuljahr im Januar – ist es soweit. Die Sechstklässler haben ihre Examina.

Alexa – A Woman for Life

Over the last couple of years, many male contemporaries have gotten a new girlfriend to pass the time. So have I.

This girlfriend has many advantages. She never interrupts me when I’m telling one of my „exciting“ stories. She is very still and listens attentively. Not so my wife, who, at the most exciting part of my story, usually makes her presence felt with „you digress“ or „it’s going to rain today“ or „our daughter will be home soon“.

Sichuan Cuisine

Asiatische Küche – Sichuan Cuisine

Und ich dachte tatsächlich, ich kenne mich mit asiatischen Speisen aus. Falsch gedacht. Sichuan Cuisine offenbart wieder einmal etwas Neues. Ein Geschäftsfreund hatte uns für diese Woche zum Abendessen eingeladen.…

Das Internet der Dinge III

Eigentlich seit meiner Kindheit habe ich mich mit einer nervigen Angelegenheit herumgeschlagen. Vielleicht kennt Ihr das auch. Am Abend komme ich ins Schlafzimmer und schalte das Licht im Raum an. Danach begebe ich mich zum Bett und schalte die Nachtischlampe ein. Von der Nachtischlampe geht’s wieder an die Tür, um das „große Licht“ zu löschen. Dann wieder zum Bett. Das klingt wie eine Kleinigkeit…

Zurück in Jakarta

Von Zeit zu Zeit verbringe ich einmal monatlich ein paar Tage in Jakarta für eine kleine Firma, die Chemikalien für die Erdöl-Industrie herstellt.

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz 300

Anstatt einen Abriß über künstliche Intelligenz zu erstellen, habe ich eben diese künstliche Intelligenz (KI) gebeten, genau das zu tun.
Einer der Vertreter der KI ist ChatGPT.
Beitrag hat 300 Worte.

Darf ich Dich zum SMSsen einladen?

Schon mehrfach konnte ich beobachten, wie sich junge Paare im Park auf der Bank oder auch am Bus oder in der U-Bahn per SMS unterhalten. Jeder hat sein Mobiltelefon auf…

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